Schadstoff

Das Thema Schadstoff gewinnt immer mehr an Bedeutung, bereits vor Jahren wurde im Freiwilligen Feuerwehrwesen deshalb ein spezielles Sachgebiet eingerichtet. Im Bezirk St. Pölten wurde ein Schadstofffahrzeug bei der FF St. Pölten-Stadt stationiert, im Jahr 2004 kam ein Dekontaminationscontainer samt Trägerfahrzeug hinzu. In einigen Feuerwehren stehen weitere Schadstoffanhänger zur Verfügung.

Ein DEKO-Platz wird bei grösseren Ansammlungen von Schutzanzugtrupps im Falle eines Schadtstoffeinsatzes errichtet. Bei diesem Dekontaminationsplatz können die Chemieschutzanzug(CSA)-Trupps, betroffene Personen und Gerätschaften gereinigt werden.Bei der Reinigung werden zwei Arten unterschieden:

  • trockene DEKO (Reinigung mit Tüchern und Putzpapier)
  • nasse DEKO (Reinigung mit Wasser und Reinigungszusätzen)


Die DEKO-Mannschaft wird aus Kräften des Abschnittes St. Pölten-Stadt gestellt, die im Einsatzfall mit dem WLF-DEKO, Messdienstfahrzeug Florian 23, Schadstofffahrzeug, Atemluft- und Mannschaftstransportfahrzeugen zum Einsatzort abrücken. Um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Feuerwehren zu optimieren werden regelmäßig DEKO-Schulungen in der Feuerwehrzentrale St.Pölten durchgeführt. Die Aufgaben am DEKO-Platz sind den jeweiligen Bereichsleitern zugeteilt. Vier Hauptverantwortliche(DEKOPLATZ-LEITER, DEKO-ATEMLUFT, DEKO-WASSER und DEKO-STROM) kümmern sich um die Errichtung der Gerätschaften ihrer jeweiligen Bereiche.

Zu einem Auffahrunfall zwischen einem Tank-LKW und einem Stückguttransporter, der gefährliche Stoffe geladen hatte, kam es am Samstag in der Früh auf der Westautobahn im Bereich Amstetten. Daraufhin werden die gemäß Alarmstufe „Schadstoff 3“ für diesen Abschnitt zuständigen Spezialkräfte alarmiert: Die Schadstoffgruppen aus Amstetten und St.Pölten sowie der Einsatzzug Dekontamination Melk setzen sich in Marsch. So lautete die Annahme einer groß-angelegten Schadstoffübung am vergangenen Samstag, 11. Mai 2019, die federführend durch EHBI Andreas Dattinger von der FF Amstetten ausgearbeitet wurde. Die zuständige Feuerwehr Amstetten und der Deko-Zug aus Melk rückten sofort nach der fiktiven Alarmierung zum Feuerwehrübungsplatz in der Doislau aus, um die erste Erkundung durchzuführen sowie notwendige Erstmaßnahmen zu setzen.

Den sonnigen Karsamstag-Vormittag nutzten die Kräfte der Schadstoff-Gruppe des Feuerwehrabschnitts St.Pölten-Stadt für eine intensive Schulung, um Neuerungen im Deko-System kennenzulernen bzw. schon bekannte Handgriffe zu festigen. Die Teilnehmer setzten sich aus Einsatzkräften zusammen, die teilweise schon vor 15 Jahren bei der Indienststellung des Wechselladeaufbaus Dekontamination dabei waren, die unter anderem letzten Herbst bei einer NATO-Übung in Serbien internationale Erfahrung sammeln konnten und einigen neuen Kameraden, die erstmals mit dem Thema konfrontiert waren. Da ein gleichartiger Wechselladeaufbau auch bei der FF Melk stationiert ist, waren außerdem 4 Feuerwehrmitglieder aus dem Nachbarbezirk dabei, um auch deren Erfahrung einzubringen bzw. die Arbeit der beiden Deko-Einheiten abstimmen zu können.

Sinn und Hintergrund der monatlichen Übungen der Schadstoff-Gruppe des Abschnitts St. Pölten-Stadt liegen in den breitgefächerten Aufgaben - bei der FF St. Pölten-Stadt sind sowohl ein Schadstofffahrzeug als auch ein Wechselladeaufbau Dekontamination stationiert. Somit sind die Kräfte der Schadstoff-Gruppe des Stadtabschnitts für beide Teilbereiche im Bezirk St. Pölten und darüber hinaus (Bezirk Lilienfeld, Teile der Bezirke Melk, Krems und Tulln) örtlich und sachlich zuständig.

Der Schulungsvormittag begann um 9 Uhr mit einem theoretischen Unterricht bei der FF St.Pölten-Stadt, wo den Newcomern die grundlegenden Aufgaben zum Betrieb eines sogenannten Deko-Platzes vorgestellt wurden. Ein Deko-Platz ist immer dann notwendig, wenn bei einem Einsatz gefährliche Chemikalien, biologische oder radioaktiven Stoffe beteiligt sind und Feuerwehrleute mit diesen in Kontakt gekommen sind.

Für die anschließende Reinigung, die sogenannte Dekontamination, sind eben spezielle Ausrüstung und besondere Kenntnisse notwendig, die ständig geübt werden müssen.

Im Anschluss an die Theorie verlegte der Deko-Zug, bestehend aus Messdienstfahrzeug und Wechselladefahrzeug mit Wechselladeaufbau Dekontamination St.Pölten, Rüstlöschfahrzeug und Mannschaftstransportfahrzeug Wagram sowie Mannschaftstransportfahrzeug Spratzern zum VAZ-Parkplatz im Süden der Landeshauptstadt, um das Erlernte in die Praxis umzusetzen.

Der Deko-Platz wurde entsprechend der gemeinsam von der FF Melk und Kameraden aus dem Stadtabschnitt erarbeiteten Standardeinsatzregel („SER Deko“) etappenweise errichtet und jeder Teilschritt besprochen. Bei einigen Details wurden noch Verbesserungen eingebracht und notiert, um die SER Deko anzupassen. Nach der Foto-Dokumentation verschiedener Aufbauten und einiger spezieller Stationen am Deko-Platz wurde die Ausrüstung wieder abgebaut, aber nicht in den Fahrzeugen verstaut.

Damit die einzelnen Aufgaben „in Fleisch und Blut“ übergehen, wurde anschließend der Deko-Platz nochmals errichtet – aber dieses Mal nicht etappenweise und mit Erklärungen sondern in einem Durch, wie es auch im Einsatzfall stattfinden würden.

Übungsleiter Florian Ziegelwagner (Abschnittssachbearbeiter Schadstoffdienst, AFKDO St.Pölten-Stadt) und Thomas Reiter (Kommandant FF Melk) zeigten sich mit der erbrachten Leistung ihrer Mannschaften sehr zufrieden und freuen sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit der beiden Deko- bzw. Schadstoff-Einheiten. Wie gut die Systeme kompatibel sind und sich gegenseitig ergänzen können, wird sich am 11. Mai zeigen:

Da üben nämlich die Schadstoffgruppen des Bezirks Amstetten und des Abschnitts St.Pölten-Stadt mit dem Einsatzzug Dekontamination Melk gemeinsam in Amstetten einen Schadstoffeinsatz der Alarmstufe 3.

Eingesetzte Kräfte:

  • Deko-Gruppe Feuerwehrabschnitt St.Pölten-Stadt mit 17 Kameraden aus den Feuerwehren St.Pölten-Stadt, St.Pölten-Wagram, St.Pölten-Spratzern, St.Pölten-St.Georgen und St.Pölten-Viehofen
  • Einsatzzug Dekontamination Melk mit 4 Kameraden
  • ASBÖ St.Pölten mit 3 Mitarbeitern

Text: Markus Steininger
Fotos: Christoph Eque / Dominik Reiter

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